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Magazin Nordlicht

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Laborreform 2018

Die neuen Vergütungsregelungen treten zum 1. April 2018 in Kraft 

Ziel der Reform ist es, den steigenden Kosten für laboratoriumsmedizinische Leistungen entgegenzuwirken. Diese steigen deutlich stärker als die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung, sodass zukünftig mehr Geld in Laboruntersuchungen fließt, das für andere ärztliche Leistungen fehlt.

Mindestquote entfällt 

Die bundeseinheitliche Mindestquote von 91,58 Prozent für laboratoriumsmedizinische Leistungen entfällt. An ihre Stelle treten neue Vergütungsregelungen des Honorarverteilungsmaßstabs der KVSH.

Für Laborärzte 

Ab dem 1. April 2018 erhalten Laborärzte ein standortbezogenes Labor-Auftrags-Volumen (LAV). Innerhalb dieses individuellen „Budgets“ werden laboratoriumsmedizinische Leistungen zu 100 Prozent, die darüber hinausgehende Forderung zu 35 Prozent vergütet. Die GOP 12210 und 12220 EBM werden zu 100 Prozent vergütet.

Für Hausärzte, übrige Fachärzte und Laborgemeinschaften 

Eigenerbrachte und über Laborgemeinschaften bezogene Laborleistungen werden zu 89 Prozent vergütet. Die Fallwertbudgets für ausgewählte Facharztgruppen gelten weiterhin.

Wirtschaftlichkeitsbonus GOP 32001 EBM 

Um den Anreiz für eine wirtschaftliche Veranlassung von Laboruntersuchungen zu erhöhen, wird der Wirtschaftlichkeitsbonus neu ausgerichtet. Dabei werden die durchschnittlichen Laborkosten eines Arztes je Behandlungsfall (individueller Fallwert) mit den Kosten seiner Arztgruppe verglichen. Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) gibt hierzu zwei Vergleichsfallwerte je Fachgruppe vor. Liegt die Praxis mit ihrem individuellen Praxisfallwert unterhalb der unteren Fallwertgrenze, wird der Wirtschaftlichkeitsbonus zu 100 Prozent vergütet. Liegt dieser über dem oberen Grenzfallwert, entfällt der Vergütungsanspruch. Zwischen den Fallwertgrenzen erfolgt eine abgestaffelte Vergütung des Wirtschaftlichkeitsbonus.

Befreite indikationsbezogene Laborleistungen 

Bisher wurden sämtliche Laborleistungen eines Behandlungsfalls von der Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus ausgenommen, wenn die Praxis eine der befreienden Indikationsziffern in den Abrechnungsfall übernommen hatte. Ab dem 1. April 2018 werden mit der Kennziffer nur noch bestimmte Laborleistungen von der Berechnung ausgenommen. Zu jeder Untersuchungsindikation gibt der EBM einen definierten Ziffernkranz vor, der die Laborkosten je Patient senkt. Er definiert nicht, welche Leistungen medizinisch notwendig sind. Vor diesem Hintergrund ist ggf. der Ansatz mehrerer zutreffender Befreiungskennziffern notwendig, um unterschiedliche Ziffernkränze bei der Berechnung zu berücksichtigen. 


Hinweis: Laborleistungen, die Bestandteil bestehender Pauschalen sind, bleiben wie bisher unberücksichtigt (GOP 01770 Betreuung einer Schwangeren, GOP 31010 bis 31013 EBM Operationsvorbereitung). Diese Laborleistungen werden weiterhin der beauftragenden Praxis durch das Labor in Rechnung gestellt und sind Bestandteil der Pauschale.



Inhalt
Datei

Praxisinformation der KBV: Berechnungsvoraussetzungen des Wirtschaftlichkeitsbonus


Praxisinformation der KBV: arztgruppenspezifisch begrenzende untere und obere Fallwerte


Praxisinformation der KBV: Bewertungen des Wirtschaftlichkeitsbonus je Fachgruppe


Die Laborreform: Erste Stufe


Wirtschaftlichkeitsbonus Labor: So wird er berechnet


Beschlüsse des Bewertungsausschusses



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