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Magazin Nordlicht

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Anspruch auf ärztliche Zweitmeinung


01.11.2017


Verfahrensregeln beschlossen.

Vor bestimmten planbaren Eingriffen wie Mandeloperationen haben Patienten künftig Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. Die Verfahrensregeln hat der Gemeinsame Bundesausschuss festgelegt.

Geregelt wurde unter anderem, was zur Zweitmeinung gehört, für welche planbaren Eingriffe sie möglich ist und über welche besonderen Qualifikationen Ärzte, die vor einem bestimmten planbaren Eingriff eine zweite Meinung abgeben, jeweils verfügen müssen. Entscheidend ist zudem die ärztliche Unabhängigkeit von etwaigen wirtschaftlichen Interessen an der Durchführung des Eingriffs.

Der Anspruch auf Zweitmeinung geht auf das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz zurück. Damit sollen gesetzlich Versicherte künftig die Möglichkeit haben, vor bestimmten planbaren Eingriffen einen weiteren Arzt zu konsultieren.

Erste Eingriffe festgelegt: Mandeln und Gebärmutter

Die Eingriffe, für die ein Anspruch auf Zweitmeinung besteht, werden nicht auf bestimmte ICD-Codes eingegrenzt. Vielmehr benennt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sie im „Besonderen Teil“ der neuen Zweitmeinungsrichtlinie. Die ersten hier aufgeführten Eingriffe sind Mandeloperationen (Tonsillektomien, Tonsillotomien) und das Entfernen der Gebärmutter (Hysterektomien). Weitere Eingriffe sollen folgen.

Ausnahme Tumorerkrankungen

Maligne Erkrankungen bei den benannten Eingriffen, zum Beispiel ein Tumor an den Gaumen- und/oder Rachenmandeln, sind vom Zweitmeinungsverfahren ausdrücklich ausgenommen. Der Grund ist, dass Verzögerungen im Behandlungsablauf und eine Doppelung spezieller Strukturen wie Tumorkonferenzen nachteilig für den Patienten sein könnten.

Das gehört zur Zweitmeinung

Durch eine zweite ärztliche Meinung soll das Risiko einer zu weiten Indikationsstellung und damit bestimmter „mengenanfälliger“ Eingriffe, die nicht durchgängig medizinisch geboten sind, verringert werden. Dabei soll sich der Versicherte über die Notwendigkeit des Eingriffs und mögliche Behandlungsalternativen unabhängig beraten lassen können.

Die Zweitmeinung umfasst die Durchsicht vorliegender Befunde des behandelnden Arztes und ein Anamnesegespräch. Hinzu kommen körperliche Untersuchungsleistungen, die zulässigerweise ein zweites Mal durchgeführt werden dürfen, soweit sie für die Abgabe der Zweimeinung erforderlich sind.

Vergütung muss erst noch festgelegt werden

Die Zweitmeinungsrichtlinie des G-BA muss nun zunächst vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft werden und tritt erst nach der Nichtbeanstandung in Kraft. Anschließend hat der Bewertungsausschuss drei Monate Zeit, die Vergütung festzulegen. Erst dann kann diese neue Leistung in Anspruch genommen werden.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mehr Informationen unter
http://www.kbv.de/html/1150_31468.php


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