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Magazin Nordlicht

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Psychotherapeutische Sprechstunde ist ab April Pflicht


23.03.2018


Der Einstieg in die psychotherapeutische Versorgung erfolgt ab April verpflichtend für alle Patienten über eine Sprechstunde.

Das Erstgespräch wurde mit der Strukturreform der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung im vergangenen Jahr eingeführt. Eine einjährige Übergangsfrist endet jetzt.

Ab 1. April gilt: Erst wenn ein Patient eine Psychotherapeutische Sprechstunde aufgesucht hat, kann mit probatorischen Sitzungen oder einer Akutbehandlung begonnen werden. Vorgeschrieben sind mindestens 50 Minuten.

Ausnahmen gibt es für Patienten, die aufgrund einer psychischen Erkrankung in einer stationären Krankenhausbehandlung oder rehabilitativen Behandlung waren. Sie können auch ohne vorherige Sprechstunde mit probatorischen Sitzungen oder einer Akutbehandlung anfangen. Dies gilt auch, wenn ein Therapeutenwechsel während einer laufenden Therapie erfolgt.

Seit einem Jahr muss bereits jeder Arzt und jeder Psychotherapeut, der eine Genehmigung zur Abrechnung von Richtlinienpsychotherapie hat, Sprechstunden anbieten. Eine Verpflichtung für Patienten, diese aufzusuchen, bestand bislang nicht.

Frühzeitige diagnostische Abklärung

Die Psychotherapeutische Sprechstunde dient der frühzeitigen diagnostischen Abklärung und stellt einen niedrigschwelligen Zugang zur Psychotherapie dar.

Der Therapeut klärt in dem Erstgespräch ab, ob ein Verdacht auf eine psychische Krankheit vorliegt und der Patient eine Psychotherapie benötigt oder ob ihm mit anderen Unterstützungs- und Beratungsangeboten (z.B. Präventionsangebote, Ehe- und Familienberatungsstelle) geholfen werden kann. Auch eine erste therapeutische Intervention ist möglich.

Strukturreform Psychotherapie

Neben Sprechstunden für Erstgespräche sind vor allem die Akutbehandlung sowie neue Sitzungskontingente wesentliche Inhalte der umfangreichen Strukturreform, der die ambulante psychotherapeutische Versorgung zum 1. April 2017 unterzogen wurde.

Damit sollen Patienten zeitnah einen niederschwelligen Zugang erhalten und das Versorgungsangebot insgesamt flexibler werden. Diese Forderungen hatte der Gesetzgeber im Versorgungsstärkungsgesetz formuliert und den Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragt, die Psychotherapie-Richtlinie zu überarbeiten.

Quelle: KBV

Mehr Information unter www.kbv.de.


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