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Magazin Nordlicht

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Glossar

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Ambulante Versorgung

Die ambulante Versorgung bildet zusammen mit der stationären die Basis der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Zu den ambulanten Einrichtungen zählen Standorte von niedergelassenen Haus- und Fachärzten, Schwerpunktpraxen, Arztnetze, Notfallpraxen und medizinische Versorgungszentren. Die erste professionelle Versorgung findet zumeist in den vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Praxen statt. In Deutschland organisieren die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen die ambulante Medizin. Sie garantieren das Recht auf freie Arztwahl und sorgen für eine flächendeckende, wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Die ambulante ärztliche Behandlung umfasst alle Tätigkeiten des Arztes, die zur Prävention und Behandlung von Krankheiten ausreichend und zweckmäßig sind. Die konkreten Untersuchungs- und Therapiemethoden für den ambulanten Sektor regelt der Gemeinsame Bundesausschuss. Sie sind der sogenannte Leistungskatalog.

Approbation

Mit der Approbation erhält der Arzt die offizielle Erlaubnis zur Ausübung seines Heilberufes. Sie wird gemäß der jeweiligen Approbationsordnung nach dem erfolgreichen Abschluss eines Hochschulstudiums und festgelegter praktischer Ausbildung von der zuständigen Behörde ausgesprochen. Dies kann entweder die Regierung beziehungsweise Bezirksregierung in dem jeweiligen Bundesland sein oder eine nachgeordnete Behörde, wie das für Gesundheit und Soziales zuständige Landesamt oder das Landesprüfungsamt für Heilberufe.

Arznei- und Heilmittelvereinbarungen

Ärzte sollen möglichst sparsam verordnen, und der Gesetzgeber war schon immer sehr erfindungsreich, wenn es um die Schaffung von entsprechenden Steuerungs- und Regulierungsinstrumenten ging. Zum 1. Januar 2002 wurden die bis dahin geltenden bundesweit einheitlichen Arznei- und Heilmittelbudgets abgeschafft und durch flexiblere, regional geltende Arznei- und Heilmittelvereinbarungen ersetzt. Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassen müssen seitdem einmal im Jahr eine solche Vereinbarung über die Höhe der zur Verfügung stehenden Ausgabenvolumina verhandeln. Sie ist dann die Grundlage für weitere gesetzlich vorgeschriebene Vereinbarungen, die als Steuerungsinstrumente für das Verordnungsverhalten dienen. In Schleswig-Holstein sind das die Richtgrößenvereinbarungen und die Zielvereinbarung zur Steuerung der Arzneimittelversorgung. Darüber hinaus haben sich die KV und Krankenkassen in den Arznei- und Heilmittelvereinbarungen zur gemeinsamen Information der Vertragsärzte über eine wirtschaftliche Verordnungsweise verpflichtet.

Arznei- und Verbandmittelrichtgrößen sowie Heilmittelrichtgrößen

Die Kassenärztliche Vereinigung errechnet gemeinsam mit den Krankenkassen jedes Jahr, wie viel Geld den einzelnen Fachgruppen zur Verordnung von Arznei-, Heil- und Verbandmitteln für jeden Patienten zur Verfügung gestellt wird. Damit das vereinbarte Ausgabenvolumen nicht überschritten wird, werden Durchschnittswerte, sogenannte Richtgrößen, festgelegt. Sie sollen dem Arzt als Leitlinie beim wirtschaftlichen Verordnen helfen und sind für ihn ein wichtiger Orientierungswert für die Ausgabenobergrenze je Fall und Quartal. Am Ende steht eine Richtgröße pro Fall und Richtgrößengruppe. Wichtig dabei zu wissen: Bei der Berechnung des Richtgrößenvolumens gilt immer das Verordnungsverhalten der jeweiligen Fachgruppe in der jüngeren Vergangenheit als Maßstab. Die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit anhand der Richtgrößen erfolgt einmal im Jahr. Sie gilt für die gesamte Praxis und nicht für den einzelnen Arzt. In Berufsausübungsgemeinschaften wird das Verordnungsverhalten aller Mitglieder dem aus Fallzahlen und Richtgrößen der einzelnen Fachgebiete zusammengesetzten Richtgrößenvolumen gegenübergestellt.

Arzneimittelregress

Überschreitet ein Arzt seine Arzneimittelrichtgrößen um einen vorher festgesetzten Wert, kontrolliert die Prüfungsstelle seine Verordnungen. Stellt sie dabei fest, dass es keine medizinischen Gründe für die Mehrverschreibungen gab, droht dem Arzt ein sogenannter Individualregress. Dazu kommt es aber erst, nachdem er bei erstmaliger Feststellung der unwirtschaftlichen Verordnung von der Prüfungsstelle beraten und die Beratung nicht umgesetzt hat. Der Arzt muss dann die Kosten für beanstandete Arzneimittel zurück erstatten. Doch auch von anderer Seite droht Gefahr: Wenn die gesamte Ärzteschaft das Arznei- und Heilmittelbudget im Bereich ihrer Kassenärztlichen Vereinigung überschreitet, kann der entsprechende Betrag, soweit er noch nicht durch die Individualregresse abgedeckt war, von der Gemeinschaft der Kassenärzte der Region bezahlt werden. Diese Form des Regresses heißt Kollektivregress. Er ist bisher allerdings noch nie durchgeführt worden.

Arztregister

In jedem Zulassungsbezirk einer Kassenärztlichen Vereinigung gibt es Arztregister. In ihnen sind die Ärzte eingetragen, die eine Zulassung besitzen oder diese beantragt haben. Vermerkt sind die Ärzte, die in dem Gebiet ihren Wohnsitz haben. Wenn ein Arzt sich eintragen lassen möchte, muss er seine Geburtsurkunde, die Urkunde über die Approbation, einen Nachweis über die ärztliche Tätigkeit nach bestandener ärztlicher Prüfung und Urkunden über abgeschlossene Weiterbildungen beibringen. Einblick haben die Krankenkassen, die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Ärzte, allerdings muss zunächst ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden.

Aufsicht

Aufsichtsbehörde für die KV ist das Ministerium für Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein. Die Aufsichtsbehörde übt gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung und den Primärkassen die sogenannte Rechtsaufsicht aus, das heißt sie hat darauf zu achten, dass Recht und Gesetz gewahrt bleiben.

Ärztekammern

Jeder Arzt, der seinen Beruf ausübt, ist Pflichtmitglied der Ärztekammer, in deren Gebiet er praktiziert. Wer als Arzt seinen Beruf nicht ausübt, muss ebenfalls vielerorts Mitglied sein und zwar in der Ärztekammer der Region, in der er wohnt. Die Medizinerorganisationen regeln die Rechte und Pflichten der Ärzte mit Hilfe von Berufs- und Weiterbildungsordnungen. Außerdem fördern sie die ärztliche Fortbildung, beaufsichtigen die Einhaltung der Berufspflichten und regeln die Ausbildung der Arzthelferinnen. Oberste Organe sind die Delegierten- oder Kammerversammlung und der Vorstand. Es gibt 17 Ärztekammern: in Nordrhein-Westfalen zwei, ansonsten in jedem Bundesland eine.