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Magazin Nordlicht

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Hinweise zu Verordnungen und Impfungen

Erstinformation: Versorgung von Asylbewerbern mit der eGK

Ab dem 01. Januar 2016 wurde für eine möglichst unbürokratische Versorgung der Flüchtlinge in Schleswig-Holstein die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ausgegeben. Da das nicht sofort flächendeckend erfolgen konnte, wurde der Nachweis der Anspruchsberechtigung auch über einen Ersatzausweis der zuständigen Krankenkasse möglich. 

Bitte kennzeichnen Sie den Versichertenstatus mit 9.

Der Leistungsumfang ergibt sich aus §§ 4 und 6 des Asylbewerberleistungsgesetzes und wird wie folgt definiert:

> Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände
> Schutzimpfungen
> medizinisch gebotene Vorsorgeuntersuchungen
> Schwangerschaftsbetreuung
und die damit verbunden Verordnungen von Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln.

Bitte kennzeichnen Sie die Verordnungen als zuzahlungsfrei. Der erforderliche Sprechstundenbedarf und die Impfstoffe dürfen ab dem 1. Januar 2016 aus dem Bestand genommen und zu Lasten der AOK NordWest bestellt werden.

Für diese Patientengruppe gelten ansonsten die üblichen Regelungen des SGB V (z. B. Wirtschaftlichkeitsgebot, Festbetragsregelung und Abgabe von Rabattarzneimitteln). Im Einzelfall kann daher eine Aufzahlung bei Arzneimitteln, die über dem Festbetrag liegen, in der Apotheke anfallen. Die Verordnungen sind budgetneutral!

 

Verordnung von Arznei- und Verbandmitteln

Arznei- und Verbandmittel sind nur im Rahmen der Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände verordnungsfähig.  Asylbewerber sind von der Zuzahlung befreit, unterliegen ansonsten aber der Arzneimittelrichtlinie (z.B. Verbot der Verordnung rezeptfreier Medikamente).


Verordnung von Impfstoffen

 

Das Land Schleswig-Holstein hat mit Datum vom 7. Oktober 2015 bestätigt, dass die öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein auch für Asylbewerber in Erstaufnahmeeinrichtungen und in Kommunen gilt. Die zuständige Behörde (Landesamt für Ausländerangelegenheiten, Kommune) muss die Kostenübernahme sicherstellen. Impfstoffrezepte sind zu deren Lasten auszustellen.

Öffentlich empfohlene Impfungen in Schleswig-Holstein sind Impfungen gegen 

1. Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hib, Polio
2. Hepatitis A, Hepatitis B
3. Influenza
4. Masern, Mumps, Röteln, Varizellen
5. Rotavirus
6. Meningokokken
7. Pneumokokken 

Einzelheiten zur Indikation unter www.rki.de

Zum Erreichen eines individuellen Impfschutzes wird das Nachholen nicht erfolgter Impfungen jenseits des 2. Lebensjahres entsprechend den Empfehlungen der STIKO zum Schließen von Impflücken ausdrücklich empfohlen.

Die Schutzimpfungen gelten auch bei der Verwendung von Mehrfachimpfungen als öffentlich empfohlen, wenn alle Einzelkomponenten öffentlich empfohlen sind.

Die Liste der amtlich empfohlenen Schutzimpfungen ist auch auf der Internetseite des Landes Schleswig-Holstein abrufbar: www.schleswig-holstein.de 

Das Robert-Koch-Institut stellt zu den Themen Impfaufklärung, Poliomyelitis und Hygieneaufklärung Informationen in verschiedenen Sprachen bereit: www.rki.de 


Impfstoffe sind auf den Namen des Patienten auf Muster 16 (Kassenrezept) zu Lasten des Sozialhilfeträgers zu verordnen. Sie dürfen nicht dem Sprechstundenbedarf bzw. dem Praxisvorrat für GKV-Patienten entnommen werden. 

Vorgehen: Erstellen Sie ein Einzelrezept auf den Namen des Patienten. Der Kostenträger wird automatisch aufgedruckt, wenn der Patient über Ihre Praxis-EDV korrekt aufgenommen wurde („Krankenschein“ der Sozialbehörde liegt vor). Der Patient muss dann mit dem Einzelrezept in die Apotheke gehen und sich den Impfstoff dort holen. Impfungen sind im amtlich empfohlenen Umfang möglich. Um die Kühlkette einzuhalten, ist es sinnvoll den Impfstoff von der Apotheke liefern zu lassen. 
 

Verordnung von Heilmitteln

Für Heilmittel (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie) ist eine Genehmigung des Sozialhilfeträgers erforderlich. Das Gleiche gilt für Hilfsmittel (Brillen, Inkontinenzmaterial u.a. orthopädische Hilfsmittel).


Aktuelle medizinische Informationen des Robert-Koch-Instituts

Im Epidemiologischen Bulletin werden offizielle Mitteilungen und wissenschaftliche Beiträge insbesondere zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten veröffentlicht.
 

Link zum Bulletin des RKI.

 

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ): Asylsuchende und Infektionskrankheiten 



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